Für die Kongregation der A. Schulschwestern v.U.L.Fr.:

Provinzoberin M. Salome Strasser

Hochwürdigster Herr Bischof,
sehr geehrte Festgäste,
sehr geehrte Damen und Herren des Lehrerkollegiums und
geschätzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dr.-Johanna-Decker-Schulen,
liebe Schülerinnen,
meine lieben Mitschwestern,

Festgottesdienst und Festakt markierten eindeutig das heute im Mittelpunkt stehende Ereignis: die Übernahme der Dr.-Johanna-Decker-Schulen der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in die Schulstiftung der Diözese Regensburg.

Damit steht eine langjährige Tradition an einem Wendepunkt. 1839 eröffnete Maria Theresia von Jesu Gerhardinger die Filiale Amberg als vierte Schulschwesterngemeinschaft - als die in Neunburg vorm Wald gegründete Kongregation noch keine sechs Jahre alt war und noch keine 20 Schwestern zählte. Ob Mutter Theresia damals ahnte, dass sie eine Bildungsstätte begann, die von ihren Schwestern in das 21. Jahrhundert geführt und dann - wie wir zuversichtlich hoffen - weiter in das dritte Jahrtausend hinein bestehen wird?

Es war allein ihre Liebe zu Gott und zu den Menschen, die sie drängte, alles einzusetzen für die christliche Erziehung und Bildung von Mädchen und jungen Frauen. Sie tat dies mit einem unerschütterlichen Gottvertrauen und mit einer bewundernswerten Weltoffenheit, die sie zu einem geradezu wagemutigen Handeln beflügelten.
So eröffnete Maria Theresia von Jesu Gerhardinger vor fast 166 Jahren hier in Amberg die erste höhere Mädchenschule in der Oberpfalz. Seither verhalf diese Schule Tausenden von Mädchen und jungen Frauen nicht nur zu einer qualifizierten, ganzheitlichen Ausbildung, sondern darüber hinaus zu gesundem Selbstbewusstsein, zu Selbständigkeit sowie überzeugter christlicher Lebensgestaltung. Sie bietet ihnen bis zum heutigen Tag die solide Voraussetzung für Lebensfreude und Lebensglück.

Sicher verdankt die Schule ihre Bedeutung all jenen, die sich vorbehaltlos die pädagogische Zielsetzung unserer Seligen Mutter Theresia zu Eigen machten: den vielen Generationen von Schulschwestern und seit der Mitte des letzten Jahrhunderts auch zunehmend den Lehrkräften, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nicht unserer Ordensgemeinschaft angehören.

Der Gottesdienst, den Sie, hochwürdigster Herr Bischof, heute mit uns in der Basilika St. Martin feierten, erinnerte nicht nur an Mutter Theresias enge Gottesbeziehung, er ist zugleich Ausdruck unseres Glaubens als Basis unseres apostolischen Dienstes und der bei uns bis heute gültigen Ausrichtung unserer Erziehungs- und Bildungsarbeit auf das christliche Welt- und Menschenbild.

Und die hervorragende musikalische Gestaltung von Gottesdienst und Festakt durch die Schülerinnen war mir - und sicher vielen von uns - eine besondere Freude und eine liebgewordene Erinnerung an Mutter Theresias Vorliebe für die musische Bildung, insbesondere für die Musik. Die Darbietungen lassen viel Kleinarbeit vermuten und geben gleichzeitig eine Kostprobe von erstaunlichem Erfolg bei hohem Leistungsniveau, das auch andere Fachbereiche dieser Bildungseinrichtung kennzeichnet und zum Markenzeichen der Dr.-Johanna-Decker-Schulen gehört. Ich freue mich darüber und gratuliere dazu herzlich.

Doch echte Erziehungs- und Bildungsarbeit lässt sich nicht an Leistung allein messen. Bei aller Wertschätzung von Können und Wissen ging es Mutter Theresia vor allem um die Heranbildung von "treuen Frauen, guten Müttern und tüchtigen Staatsbürgerinnen" - wie sie es ausdrückte. Es ging ihr und es geht uns um die Heranbildung von selbstbewussten Frauen, die fähig und bereit sind, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und die Gesellschaft positiv mitzugestalten.

Bildungseinrichtungen wie die Dr.-Johanna-Decker-Schulen sind dazu qualifiziert. Die Verleihung von Auszeichnungen für soziales Engagement während des Jahres ist ein Hinweis auf eine solch ganzheitliche Erziehung, die den Menschen in seiner Einmaligkeit und in seinem Eingebundensein in ein Sozialgefüge ernst nimmt. Sie, liebe Schülerinnen und Kollegiatinnen, haben ein großes Leitbild in der Frau, die Ihrer Schule den Namen gab: Dr. Johanna Decker. Sie war Schülerin dieser Bildungseinrichtung hier in Amberg und setzte sich als Missionsärztin bedingungslos und mutig ein für das Wohl der Mitmenschen, für Menschenrecht und Menschenwürde. Wer würde bezweifeln wollen, dass eine solche Haltung und ein solches Tun in unserer lokal oft so engen und global so überwältigenden Welt für viele Menschen überlebensnotwendig ist?

Zugegeben, es ist für uns Schulschwestern nicht einfach, diese blühende Schule abzugeben, weil wir sie aus Personalmangel nicht mehr in eigener Trägerschaft weiterführen können. Doch gleichzeitig erfüllt es mich mit großer Dankbarkeit, dass wir Armen Schulschwestern v.U.L.Fr der Schulstiftung der Diözese Regensburg eine, eigentlich sogar zwei vorzügliche Schulen übergeben können.

Auch wenn der heutige Tag - formal betrachtet - den Abschluss einer Trägerschaft und den Beginn einer anderen Trägerschaft markiert, er garantiert - inhaltlich betrachtet - eine nahtlose Fortsetzung des bisherigen Weges mit dem gleichen Ziel: mitzuhelfen, damit das Leben von jungen Menschen besser gelingt.

Allen, die dazu beigetragen haben und beitragen werden, möchte ich im Namen der Kongregation danken.

Möge über dieser Zukunft weiter der Geist Gottes stehen, dessen Kommen wir in drei Wochen liturgisch feiern. Stellvertretend für alle Schulschwestern wünsche ich den Dr.-Johanna-Decker-Schulen in der Trägerschaft der Schulstiftung der Diözese Regensburg weiterhin geisterfüllte Wege in der pädagogischen Umsetzung christlicher Werte, im lebendigen Miteinander von Lehrkräften und Schülerinnen, im Zusammenstehen der Verantwortlichen in Kirche, Gesellschaft und Politik, und damit die bestmöglichen Chancen, die Mädchen und jungen Frauen so zu fördern und zu fordern, dass sie offen und bereit sind, gläubig und mutig die Zukunft mitzugestalten.

Allen, die heute und in kommenden Zeiten in den Dr.-Johanna-Decker-Schulen ein-und ausgehen, wünsche ich Weitblick, Gottes Segen und Antriebskraft aus dem Charisma Mutter Theresias und dem Beispiel von Frau Dr. Johanna Decker, und ich wünsche uns allen ein hohes Maß an Glaubenskraft, an Echtheit und Freude im Umgang mit jungen Menschen. Sie sind die Erbauer der Zukunft - möge es eine gesegnete sein!

Ich danke Ihnen.

Provinzoberin Sr. M. Salome Strasser

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