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Zehn Jahre an einem Tag: Eindrucksvolle Schultheateraufführung [zurück zur Übersicht]vom 16.04.2019, 21:06 Uhr

VorschauDie Kritikerin im Rahmen der Amberger Schultheatertage, OStRin Claudia Ried (GMG), äußerte sich über die Aufführung der DJD-Theatergruppe äußerst positiv. Die Schauspielerinnen der 8. bis 11. Jahrgangsstufe hätten „eindrucksvoll und überzeugend“ ihre Rollen verkörpert und dem Publikum ein intensives Theatererlebnis vermittelt.

Claudia Ried schreibt:
„Krankheit und Tod. Ein ernstes und ungewohntes Thema für eine Schulspieltheatergruppe, auch für die Theatergruppe der Dr.-Johanna-Decker-Schulen. Entsprechend gespannt erwartete das ausgesprochen zahlreiche Publikum am vergangenen Donnerstag den Beginn der Aufführung von „Oskar und die Dame in Rosa“, nach der gleichnamigen Erzählung von Éric-Emmanuel Schmitt.

Und schon die erste Szene fängt die Zuschauer mühelos ein: Man lernt Oskar kennen, den zehnjährigen schwerkranken Jungen im Pyjama und mit Kopfhörern, der erst vor kurzem erfahren hat, dass die letzte Operation ein Misserfolg war und er bald sterben muss. Doch er kämpft nicht nur mit dieser Erkenntnis, sondern auch mit dem Gefühl, von allen verlassen und als Fehlschlag betrachtet zu werden. Einzig und allein Oma Rosa, eine der älteren Damen, die als Freiwillige in rosa Kitteln ins Krankenhaus kommen, um mit den kranken Kinder zu spielen, ist ihm eine Stütze in dieser scheinbar hoffnungslosen Lage. Sie rät ihm, Gott zu schreiben und ihm seine Sorgen anzuvertrauen.

Oskar wehrt sich zunächst. Unglaublich eindrucksvoll und überzeugend gespielt von Paula Lacher, glaubt er weder an Gott noch an den Weihnachtsmann, doch Oma Rosa überzeugt ihn liebevoll, aber energisch, es doch zu versuchen. Amelie Prösl gelingt es mit bewundernswerter Leichtigkeit, die Rolle der unorthodoxen Oma Rosa zu verkörpern, die Oskar mit schonungsloser Ehrlichkeit und unendlichem Verständnis entgegentritt. Dieses bewegende Zusammenspiel zwischen den beiden jungen Schauspielerinnen wechselt vom tänzerischen Umkreisen, wildem Kampf mit der ungeliebten Spritze zum intensivem Zuhören, und jedes Wort, jede Geste, jede Berührung ist dabei völlig authentisch. Paula Lacher spielt Oskars Leid und seine Tapferkeit so überzeugend, so herzzerreißend für die Zuschauer, dass es kaum zu glauben ist, dass sowohl die beiden Hauptdarstellerinnen als auch einige der anderen tollen Schauspielerinnen zum ersten Mal Mitglied der Theatergruppe sind.

Schulspielleiter Peter Ringeisen hat mit seiner Truppe, unterstützt von dem polnischen Regisseur Grzegorz Szlanga, eine wirklich unglaublich eindrucksvolle Probenarbeit geleistet; Szlanga hatte das Projekt seit September aus der Ferne begleitet, und in den Tagen vor der Aufführung hat er in Amberg mit den Schülerinnen intensiv geprobt.

Als Oma Rosa vorschlägt, jeden der wenigen Tage in Oskars Leben als ein ganzes Jahrzehnt zu erleben, willigt Oskar ein. Und so erlebt das Publikum mit ihm im Schnelldurchlauf seine Jugendzeit, die Eroberung seiner großen Liebe Peggy Blue (liebreizend gespielt von Lena Eichinger) sowie sein weiteres Leben als „Erwachsener“ mit all seinen Höhen und Tiefen. So bereut er zwar seine „Jugendsünde“ mit der forschen Sandy (ein unvergessliches komödiantisches Talent: Madeleine Höreth) und die Zipperlein des Älterwerdens, doch der Weg bringt ihn immer näher zu Gott und der Versöhnung mit seinem Schicksal.

Auch die Schauspielerinnen, die kleinere Rollen übernommen hatten, wussten zu überzeugen: Maria Altmann als Popcorn, Sophia Göbl als Bacon, Sofie Wittmann als Oskars Vater, Eva Pamler als Oskars Mutter und Sibylle Krestel als Dr. Düsseldorf.

Je näher das „Alter“ und damit das Ende von Oskars jungem Leben rückt, desto ruhiger wird das Stück. Die erlösenden scherzhaften Episoden aus Oskars „Jugend“ bleiben aus, und das Publikum geht gebannt mit ihm die schonungslosen letzten Schritte.

Als Oskar schließlich, begleitet von Oma Rosa, verstirbt, ist es still im Gerhardingersaal. Nur leise Geräusche der Rührung sind zu hören, als Oma Rosa sich schließlich bei Gott dafür bedankt, Oscar in ihr Leben geführt zu haben. Als das letzte Bühnenlicht erlischt, kommt kein Applaus. Lange nicht. Ein Stück, das derartig berührt, verdient es, in Stille ausklingen zu dürfen. Schließlich betreten die neun jungen Schauspielerinnen die Bühne – und dann scheint der Applaus schier endlos. Und so wohlverdient wie wohl selten auf einer Schultheaterbühne.“

(Besprechung der Aufführung durch Oberstudienrätin Claudia Ried, Gregor-Mendel-Gymnasium/13.04.2019; Bilder: djd)


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