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Bischof Georg Michael Wittmann – schon zu Lebzeiten als Heiliger betrachtet [zurück zur Übersicht]

VorschauDomvikar Monsignore Georg Schwager, Leiter der Abteilung für Selig- und Heiligsprechungsprozesse im Bistum Regensburg, setzte die Reihe „Abendvorträge im Gerhardinger-Saal“ an den Dr.-Johanna-Decker-Schulen fort. Und passend zum 180-jährigen Gründungsjubiläum der Decker-Schulen, das in diesen Tagen gefeiert wird, sprach er über den Geistlichen, der der maßgebliche Ratgeber und Förderer der Schulgründerin M. Theresia von Jesu Gerhardinger war: Bischof Georg Michael Wittmann.

Wittmann, 1760 in Finkenhammer bei Pleystein geboren, hat auch einen biographischen Bezug zu Amberg. Hier nämlich besuchte er von 1769 bis 1778 das Erasmus-Gymnasium und wanderte in seiner knapp bemessenen Freizeit gern mit einem Schulfreund zur Mariahilfberg-Kirche hinauf. Einen tiefen Bezug zum christlichen Glauben hatte er schon als kleines Kind erhalten, denn die Mutter ließ ihn bereits im Alter von zwei Jahren in den Dritten Orden des Heiligen Franziskus aufnehmen.

Ab 1778 durfte er als einer von zwei Studenten aus dem Herzogtum Sulzbach zu philosophisch-theologischen Studien nach Heidelberg ziehen, finanziert durch ein Stipendium am Seminarium Carolinum. Dort kam der katholische Student erstmals auch in Kontakt mit protestantischen Christen und zeigte menschliche Hochachtung für die andere Konfession, so dass Wittmann auch als Vorbild für die Ökumene gelten könne, so Domvikar Schwager.

Nach vier Jahren Studium wurde Wittmann schließlich 1782 in Regensburg zum Priester geweiht und erfüllte schon bald mehrere Aufgaben nebeneinander, so gefragt waren seine Tatkraft und seine unerschütterliche, lautere Einstellung. Ab 1802 leitete er bis zu seinem Tod 29 Jahre später das Regensburger Priesterseminar und formte so eine ganze Generation von Geistlichen durch sein Vorbild. Von 1804 an war er gleichzeitig als Dompfarrer für die damals größte Kirchengemeinde des Bistums Regensburg zuständig. 1829 wurde er zum Weihbischof ernannt und geweiht.

Sein ganzes Leben hindurch habe Wittmann die Menschen beeindruckt durch seine Frömmigkeit und seine Uneigennützigkeit, seine unbedingte Bereitschaft, in Notlagen sofort zu helfen. Und es gab im bewegten 19. Jahrhundert vielerlei Gelegenheiten, in denen große Not herrschte. Beispielsweise bei der Erstürmung der Stadt Regensburg durch napoleonische Truppen im April 1809 sei Dompfarrer Wittmann unter Lebensgefahr zu sterbenden Soldaten geeilt und habe ihnen die Sakramente gespendet. Immer wieder habe er Almosen an Waisenkinder verteilt oder sich um von Überschwemmungen abgeschnittene Familien gekümmert und ihnen Nahrung gebracht.

Besonders wichtig war Georg Michael Wittmann für die junge Karolina Gerhardinger (1797-1879). Er war es, der sie bat, als Lehrerin für die armen Kinder in Stadtamhof zu bleiben, und er entwarf eine geistliche Ordnung für die Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau, die sie später gründete – ein Frauenorden, der sich der Erziehung von Mädchen und jungen Frauen widmete.

Schon während Wittmanns Lebzeiten stand er in dem Ruf, ein „heiliger“ Mann zu sein. Er wurde vom bedeutenden Bischof Johann Michael Sailer (1751-1832) vielen Priestern als Vorbild empfohlen, und als Bischof Sailer 1832 starb, wurde Wittmann von König Ludwig I. von Bayern zu dessen Nachfolger ernannt. Allerdings verstarb Wittmann vor dem Eintreffen der Bestätigung aus Rom 1833.

Bereits 1956 wurde ein Seligsprechungsprozess eingeleitet, berichtete Domvikar Schwager, was zur Folge habe, dass Bischof Georg Michael Wittmann als „Diener Gottes“ bezeichnet werden dürfe.

Der Fachleiter für Religionslehre, Dipl.-Theol. Michael Liebl, dankte dem engagierten Referenten abschließend für seine interessante Darstellung des auch für die Decker-Schulen bedeutenden Geistlichen.


(djd-Bericht vom 24.10.2019/rip; Bilder: djd)

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