Abendvortrag im Gerhardinger-Saal am Mittwoch, 23. Oktober 2019, um 19:00 Uhr mit Domvikar Msgr. Georg Schwager zum Thema "Bischof Georg Michael Wittmann"; eingeladen sind alle Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen sowie die interessierte Öffentlichkeit.

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Vortrag/OStD Jehl: "Schule und Bewahrung der Schöpfung" [zurück zur Übersicht]

VorschauDie „Vorträge im Gerhardinger-Saal“ der Dr.-Johanna-Decker-Schulen sind nunmehr seit zwei Jahren eine feste Einrichtung. Einmal im Monat wird dort über interessante Themen referiert, die meist in Bezug zur Schule oder auch zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen oder Ereignissen stehen.
Am Mittwoch, 18.09.2019, um 19 Uhr zeigte Schulleiter Günter Jehl Zusammenhänge auf zwischen Schule und der Bewahrung der Schöpfung auf.

Zum Start der Vortragsreihe im neuen Schuljahr sprach Oberstudiendirektor Günter Jehl über das Thema „Schule und Bewahrung der Schöpfung“. Eingangs erläuterte er die Formulierung des Themas, indem er zum Stichwort „Schöpfung“ relevante Bibelstellen aufzählte, um dann klarzustellen, dass „Bewahrung der Schöpfung“ ein umfassenderer Begriff sei als das gängige Wort „Umweltschutz“ – denn die Schöpfung, die es zu erhalten gelte, schließe auch den Menschen mit ein, und die implizite Erwähnung des Urhebers der Schöpfung mache deutlich, dass es auch christliche Pflicht sei, für die Bewahrung der Schöpfung einzutreten.

Die Bayerische Verfassung führte Jehl an, um aus den berühmten „obersten Bildungszielen“ (Art. 131) zu zitieren: „Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt.“ – Somit war der Bogen zwischen „Schule“ und „Bewahrung der Schöpfung“ geschlagen, und Schulleiter Jehl legte dar, inwieweit die DJD-Schulen in ihrem pädagogischen Konzept einerseits und andererseits in der Praxis dieses wichtige Prinzip widerspiegeln. So sind die DJD-Schulen zum 11. Mal in Folge 2019 als „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet worden. Zahlreiche Bausteine ergeben dieses ökologisch positive Gesamtbild: Statt in einem Schulskikurs die Produktion von Kunstschnee auf strapazierten Almwiesen zu fördern, fahren die Decker-Schulen zu einer „Umweltwoche“ nach Pfünz bei Eichstätt; an zentraler Stelle im Steinernen Gang steht seit einiger Zeit ein Wasserspender, der die Nutzung wiederverwendbarer Flaschen unterstützt – und im Fach „Ernährung und Gesundheit“ können Realschülerinnen seit vorletztem Schuljahr Gemüse verarbeiten, das sie selbst von einem Hochbeet geerntet haben, um nur drei Beispiele aus einer längeren Reihe zu nennen.

Bei der Frage, was Schule vermitteln müsse, holte Oberstudiendirektor Jehl weit aus und trug in einer Tour d'Horizon schulische Inhalte zusammen, die einen Bezug zur Bewahrung der Schöpfung haben. Es fange schon einmal bei der Kenntnis von Fakten an. Dass der „Standby-Modus“ elektrischer Geräte viel Strom unnötig verbraucht, dürfte inzwischen bekannt sein. Dass aber auch das Internet mit seinen Server-Farmen, die gekühlt werden müssen, enorme Strommengen frisst, wird noch zu wenig wahrgenommen. Zum klima-relevanten Wissen gehöre im Fach Astronomie, dass die Schülerinnen erführen, wie groß der Einfluss der Sonne auf die Erde ist, und in Biologie, dass die Neupflanzung von Bäumen zwar gut und wichtig fürs Klima wäre, aber noch dringlicher wäre die Erhaltung des Amazonasgebiets mit seinen Urwäldern.
Im Bereich der politischen Bildung empfahl Jehl die Beschäftigung mit Platons „Politeia“, vor allem das Kapitel, in dem der griechische Philosoph vor 2400 Jahren beschrieb, wie ein Wesensmerkmal der Demokratie, die unbeschränkte Freiheit, zu einer Gier nach immer mehr Freiheit führe – und von dort in die Anarchie.

Alles in allem müsse Schule vermitteln, dass die Schöpfung von vielen Seiten Gefahren ausgesetzt sei. Umweltverschmutzung, z. B. durch Plastikmüll; atomare Bedrohung, z. B. durch das erneute einsetzende Wettrüsten der Großmächte; biologische Bedrohung, z. B. durch zunehmende Resistenzen der Keime gegen Medikamente; Klimaveränderung, z. B. in Form eines sich abzeichnenden Zusammenbruchs lange funktionierender Mechanismen wie des Golfstroms; schließlich auch durch eine Geringachtung der Würde des Menschen, z. B. in Gedankenspielen, zur Bekämpfung des Klimawandels das Bevölkerungswachstum zu reduzieren.

In seinem Fazit forderte Schulleiter Jehl seine Zuhörerschaft auf, sich eine Portion Skepsis gegenüber der Darstellung in den Massenmedien anzugewöhnen; vor allen Dingen sei es wichtig, sachlich zu bleiben und auf der Basis von wissenschaftlichen Fakten zu argumentieren.


(djd-Bericht vom 22.09.2019/rip; Bild: djd)


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