Girls' World: Von Mädchen für Mädchen. Am Freitag, 22.11.2019, von 15 Uhr bis 16:30 Uhr, zeigen unsere Mädchen den Schülerinnen der 4. Klasse Grundschule oder der 5. Klasse Mittelschule, wie es an den DJD-Schulen aussieht, was unsere Schulen so besonders macht. Anmeldung bitte bis 19. November 2019 - entweder telefonisch bei 09621 481 12 oder per E-Mail an mail@djds.de. Eltern können ihre Tochter in diesen 90 Minuten bei uns abgeben oder auch selbst im Schulhaus bleiben, wie Sie wollen!

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Beeindruckender Rückblick auf Geschichte der DDR [zurück zur Übersicht]

VorschauAuf Einladung des DJDG gab, in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung, Thomas Lukow vor den 9. und 10. Klassen des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums Einblicke in verschiedene Bereiche der DDR-Geschichte und in seine damit aufs engste verbundene Biographie.

Was viele Erwachsene noch selbst miterlebt haben, liegt für Jugendliche schon weit zurück und ist Geschichte von gestern: die Teilung Deutschlands und das Nebeneinander zweier unterschiedlicher politischer und gesellschaftlicher Systeme während des Kalten Krieges. Vor allem über die DDR wissen Jugendliche nur wenig - umso wichtiger ist es, ergänzend zum Geschichtsunterricht direkt Zeitzeugen zu finden, die ihre Erfahrungen mit dem System der DDR an die junge Generation weitergeben können.

Auf Einladung des DJDG gab, in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung, Thomas Lukow vor den neunten und zehnten Klassen des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums Einblicke in verschiedene Bereiche der DDR-Geschichte und in seine damit aufs engste verbundene Biographie.

Aufgewachsen in Potsdam und Ostberlin, durchlief Lukow, Jahrgang 1959, bis zu seinem 18. Lebensjahr den typischen Lebensweg der DDR-Jugend als Jungpionier und FDJ-Mitglied, wandte sich aber dann von der SED-Diktatur ab, die immer mehr eine DDR-Scheinwelt vermittelte. Freiraum und Identitätsfindung ermöglichten ihm die alternative Musik- und Kulturszene im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg.

Früh gründete er eine eigene Band und kam aufgrund der Texte und der dahinter vermuteten Einstellung bald in die Observation der Stasi. Als 21-jähriger wurde er 1981 schließlich zu 20 Monaten Gefängnis wegen versuchter „Republikflucht“ verurteilt und verbüßte seine Strafe in den berüchtigten Stasigefängnissen Hohenschönhausen und Bautzen. Nach der Entlassung engagierte er sich weiterhin in der Kulturszene und in kirchlichen Friedenskreisen. Dabei wurde seine Stasi-Akte dicker und dicker. 1989 konnte er schließlich mit Ehefrau und Kindern nach West-Berlin ausreisen und arbeitet seit 2000 in der politischen Bildungsarbeit, unter anderem im Berliner Stasi-Museum in der Normannenstraße.

Die beiden Themenblöcke „Kindergarten und Schule“ und „Marschlieder oder Rockmusik?“ bildeten Schwerpunkte der beiden 90-minütigen Referate. Mit reichem Faktenwissen und anschaulichen Beispielen erläuterte Lukow Hintergründe, Zielsetzungen, Aufbau und Ausformungen des DDR-Erziehungssystems.

In den achtziger Jahren besuchten über 80 Prozent der jeweiligen Jahrgänge die Kinderkrippen (für Kinder bis drei Jahre) und über 95 Prozent die Kindergärten. Die Betreuung und Erziehung der Kinder erfolgte auf der Grundlage einheitlicher und verbindlicher Vorgaben. Durch die Rundumversorgung der Kleinen war es möglich, dass die Mütter schnell wieder arbeiten und die schwache Wirtschaft unterstützen konnten. Zudem setzte dies den Staat in die Lage, die Kinder in seinem Sinne auf ihr Leben und Wirken in der sozialistischen Gesellschaft vorzubereiten und mit dem Schulsystem im Anschluss nach seinem Bildungskonzept eine sozialistische Persönlichkeit zu entwickeln. Sauberkeit, Ordnung und Disziplin, insbesondere auch bei der Strukturierung des Tagesablaufs, waren wichtige Erziehungsziele.

Eng damit verbunden waren vormilitärische Erziehung und „Wehrkunde“, Ausgrenzungen kritisch Denkender, die Betonung der deutsch-sowjetischen Freundschaft, und die Hinführung zur staatlichen Jugendweihe und zur Jugendorganisation der FDJ ab der 8. Klasse; ohne die Mitgliedschaft in der Freien Deutschen Jugend war der Weg zum Abitur kaum möglich.
Nach Lukow habe auch bei ihm selbst diese Art der manipulativen Erziehung anfangs funktioniert; die Erziehung zum Hass gegen den faschistischen Klassenfeind in der Bundesrepublik sei sehr effektiv gewesen.

Im zweiten Vortrag erläuterte Lukow anschaulich unter Einspielung zahlreicher Bilder, Texte und Musikbeispiele die Entwicklung in der Unterhaltungsmusik der DDR, ihre Marsch- und Schlagermusik und die sich allmählich entwickelnde alternative Beat-, Rock- und Punkmusik, die für die Musiker immer auch eine Gratwanderung zwischen Akzeptanz und Verbot bedeutete. Lukow gelang es wieder, vor allem aufgrund der eigenen Erfahrungen, ein anschauliches Bild der Atmosphäre und Realität in der DDR zu vermitteln. So spannte er anhand der Entwicklungen verschiedener Bands und der Haltung der DDR-Führung zur Unterhaltungsmusik einen weiten Bogen von der 60-er Jahren bis zur Wende. Den Anfang setzte Lukow mit der Leipziger „Renft-Combo“, aus der 1962 die Band „The Butlers“ entstand und Wegbereiterin der Beatbewegung in der DDR wurde; dann kam er auf die populären „Sputniks“ zu sprechen, die 1966 unter dem Druck der DDR-Führung wegen der „modernen Gitarren“ aufgelöst wurde.

Unpolitische Bands wie „Karat“ kamen aufgrund ihrer Texte über viele Jahre gut in der DDR an, wobei der „Der blaue Planet“ (1981) zu einer Hymne der Friedens- und auch Ökobewegung in Ost und West wurde. Songs dagegen wie „Tritt ein in den Dom“ aus dem Jahr 1972 der Band „Electra“ wurden vom DDR-Rundfunkprogramm abgesetzt und konnte erst Jahre später auf Platte erscheinen, da der Text als Werbung für die Kirchen verstanden werden konnte. Egal, ob bei den „Puhdys“, der Band „City“ oder der extravaganten Nina Hagen - die staatlichen Kontroll- und Sicherheitsorgane beäugten kritisch jeden neuen metaphorischen Text, denn sie erkannten schnell, dass die jungen Zuhörer das „Zwischen-den-Zeilen-hören“ immer mehr beherrschten und Gesellschafts- und Staatskritik darin entdeckten. Wurden Westauftritte erlaubt, reisten Stasi-Spitzel mit, die genau kontrollierten, was die einzelnen Bandmitglieder sangen, sagten und taten.

Gebannt und konzentriert hörten die Schülerinnen dem Vortragenden zu, der sicher noch weitere zwei Stunden spannend und anschaulich erzählen könnte.

Warum er sich so in Schulen engagiert? Für Lukow ist klar: Er sieht es als seine Aufgabe, vom damals real existierenden Sozialismus der DDR zu berichten, um durch Wissen aufzuklären und jeglicher Verklärung der DDR vorzubeugen, denn anhand der DDR-Diktatur wird deutlich: Eigene Meinungsbildung und Selbstbestimmung sind die Voraussetzungen für Freiheit und Demokratie. Man muss schließlich die Vergangenheit kennen, um die Zukunft zu gestalten.

(djd-Bericht vom 09.04.2018/kün; Bild: djd)

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